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Startseite / Nachrichten / So schön war es beim Volkskundecamp 2023 “Unterwegs in drei Ländern”

So schön war es beim Volkskundecamp 2023 “Unterwegs in drei Ländern”

Donnerstag, den 22. Juni 2023 um 19:58 Uhr

Zwischen dem 22.-26. Mai haben 26 Schüler und Schülerinnen des Deutschen Nationalitätengymnasiums Budapest unter der Leitung von unserem Volkskunde- und Geographielehrer, Herrn Martin Surman-Majeczki und unserer Deutsch- und Volkskundelehrerin Frau Tímea Szép an dem traditionellen Volkskundecamp der Schule teilgenommen.
Das Motto war "Unterwegs in drei Ländern". Einerseits war das Ziel, unser Wissen über die ungarndeutsche Kultur zu vertiefen, andererseits andere deutsche Gemeinschaften und Minderheiten im Karpatenbecken besser kennenzulernen. Dank der riesigen Kenntnis unserer Lehrer hatten wir nie Mangel an Extrainformationen über die Regionen oder über historische, ethnographische und geographische Geschichten.
 
Als wir uns zu dem Lager anmeldeten, ahnten wir noch nicht, was für ein großartiges Erlebnis wir uns erwarten würde. Lasst uns erzählen, womit wir die fünf Tage verbracht haben!
An dem ersten Tag, bevor wir in unserer Unterkunft angekommen waren, besuchten wir Trautsondorf (Hercegkút), wo wir ein ausgezeichnetes Beispiel für deutsche Minderheitenselbstverwaltung sahen, wir trafen den Bürgermeister der Siedlung für ein spontanes Gespräch. Dank der Innovationen erlebt das Dorf einen Aufschwung. In der Geschichte von Trautsondorf hat die Verschleppung auch eine traurige Bedeutsamkeit, an dem Verschleppungsdenkmal haben wir einen Kranz niedergelegt, um unsere Ehrerbietung auszudrücken.
Im Heimatmuseum (Schwäbisches Haus) und Besucherzentrum bekamen wir einen Einblick nicht nur in die Weinproduktion der Region, sondern auch die Geschichte der Ansiedlung.
In den Nachmittagsstunden haben wir durch interaktive Programme im Tokajer Museum die hervorragende Region noch besser kennengelernt.
Nach dem Abendessen in Komlóska besuchte uns der örtliche ruthenische Frauenchor: alle waren von dem herzlichen Gesang und den erzählten Geschichten der alten Frauen beeindruckt. - Immer wenn ich an diese Momente zurückdenke, bekomme ich Gänsehaut!
Der zweite Tag begann sehr früh, weil uns ein spannender Tag voller Programme bevorstand. Als Erstes fuhren wir nach Wallei (Vállaj), das als eine kleine Gemeinde auf der ungarischen Seite des Sathmarer Landes bekannt ist. Dort lernten wir die landwirtschaftliche Bedeutung der Region kennen. Danach besichtigen wir die römisch-katholische Kirche von Wallei. Wir lernten hier sehr viel von unserem Volkskundelehrer über lokale Architektur- die strukturelle Besonderheit der Siedlung und Scheunen.
Als nächstes führte unsere Reise über die rumänische Grenze, nach Großkarol (Nagykároly). In dieser Stadt erfuhren wir die Zusammengehörigkeit der Grenzregionen, die Wichtigkeit und die zusammenhaltende Kraft der deutschen Sprache und Kultur. Mit Hilfe von unseren Lehrern sammelten wir Informationen über die wichtige Rolle der Károlyis bei der Ansiedlung der Deutschen.
Weitergehend besuchten wir das Deutsche Forum in Sathmar (Szatmárnémeti) und dort erhielten wir einen Einblick in die Arbeit der lokalen deutschen Selbstverwaltung. Wir hatten die Möglichkeit, ein Gespräch mit dem Präsidenten und den Mitgliedern der lokalen Selbstverwaltung zu führen. Außerdem hatten wir die Gelegenheit, die lokale Presse kennenzulernen, worüber wir uns wieder gefreut haben, weil wir sie damit dem vergleichen konnten, was wir in der Schule gelernt haben. Am Ende des Tages waren wir um viele neue Erfahrungen und Erkenntnisse bereichert.
Am dritten Tag sahen wir uns drei ungarische Siedlungen im Tokajer Bergland an. Bereits am diesen Tag hat sich unter den Mitgliedern des Camps eine sehr gute Gemeinschaft herausgebildet, die durch die bunten Programme noch weiter gestärkt wurde. Am Nachmittag waren wir sehr begeistert von den sportlichen Programmen und der mittelalterlichen Geschichte. Wir nahmen an einer abenteuerlichen und spielerischen Stempelsammlungsaktion auf der Burg von Füzér teil, bei der jeder ein kleines Souvenir mit nach Hause nehmen konnte.
Am vorletzten Tag übertraten wir wieder die Grenze von Ungarn, Richtung Kaschau (Kassa). Mit der Hilfe von András Szabó, Mitglied der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen konnten wir die deutsche bürgerliche Vergangenheit der Stadt kennenlernen. Bei der Stadtbesichtigung suchten wir alle wichtigen Sehenswürdigkeiten auf: das Márai- und Torockó-Haus, den Heilige Elisabeth-Dom und das Grab von Ferenc Rákóczi.
Den Nachmittag haben wir in Metzenseifen (Mecenzéf) verbracht. Hier lernten wir viel Interessantes über die mittelalterliche Ansiedlung. Mit Hilfe von Peter Sorger, dem Präsidenten der Region, lernten wir die Vergangenheit und Gegenwart der Siedlung kennen. Wir waren im Technischen Museum, wo wir über die Eisenverarbeitung und die Anfänge der Kinematographie mehr erfuhren.
Wir konnten den Metzenseifenern unsere Fragen getrost stellen, weil sie sehr nett und hilfsbereit waren.
Die Krönung des Volkskundecamps fand am letzten Abend statt. Im Rahmen des Abschiedsabends haben wir unser Wissen mit einem Quiz getestet. Unsere Lehrer waren sehr stolz auf uns, denn unser durchschnittliches Ergebnis lag bei über 70 %. Das Quiz beinhaltete alle neuen und nützlichen Informationen, die wir diese Woche gesammelt haben.
Danach hatten wir die Aufgabe: ein ungarndeutsches Theaterstück vorzutragen, das dank unserer Kreativität und dem, was wir in der Schule gelernt hatten, sehr erfolgreich war.
Am Schlusstag schauten wir uns die Region von Ratka (Rátka) an. Wir hatten das Glück von dem örtlichen Heimatforscher Herrn Endrész György viel über die Mundart von Ratka zu erfahren. Mithilfe der Ausstellung vertieften wir noch unsere Kenntnisse im Thema der tragischen Geschichte der Verschleppung.
Die Begeisterung und die gründliche Vorbereitung von Herrn Endrész kann auch als Vorbild für Engagement im Nationalitätenbereich und gemeinschaftsformende Arbeit dienen.
Auf diesem Wege bedanken wir uns den begleitenden Lehrern, den engagierten Helfern und allen Mitgliedern der Gemeinschaften für die fantastische Organisation.
Unser bester Dank gilt auch dem Staatssekretariat für Beziehungen zu den Kirchen und Nationalitäten im Ministerpräsidentenamt bzw. dem Bethlen-Gábor-Förderfond für die finanzielle Unterstützung.
Wir sind überzeugt, dass dieses Camp nicht nur aus historischer und ethnographischer Sicht wichtig war, sondern auch spannend, weil wir an einer tollen Gemeinschaft teilhaben konnten. Wir sind alle dankbar für diese verbrachten fünf Tage.
Zusammengestellt:
von Laura Azari und Lilla Szabó
 
Das Volkskundecamp wurde mit der Unterstützung der Regierung von Ungarn im Rahmen des Auschrebeins NTAB-KP-1-2023/1-000360 verwirklicht.
Wir danken für die Unterstützung!

Bildergalerie

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