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"Schwabenschicksal" auf der Bühne
Dienstag, den 21. Februar 2017 um 09:10 Uhr
Dieses Jahr hat sich unsere Theatergruppe, die Kulturelle Offensive etwas wirklich Großes gewagt: Über das traurige Ereignis der Geschichte des 20. Jahrhunderts, über das „malenkij robot”, ein Theaterstück zusammenzustellen und auf die Bühne zu bringen.
Die thematische Grundlage bildeten die mehr als 30 Videointerviews, die durch unsere Schüler, Schülerinnen und zwei Lehrerinnen unseres Gymnasiums mit Überlebenden des „malenkij robots” und Betroffenen der Aussiedlung der Ungarndeutschen gemacht wurden.
Am 30. August 2016 begannen wir mit der Arbeit. Während des ganztägigen Trainings beschäftigten wir uns mit dem geschichtlichen Hintergrund, mit dessen Wirkung auf persönliche Schicksale, mit der Schilderung dieser Schicksale, mit der persönlichen-familiären Betroffenheit der mitwirkenden Kinder. Wir versuchten die Gefühle, die durch die Geschichten an die Oberfläche gebracht wurden, darzustellen.
Auch an dem Tag entschloss die Theatergruppe, dass die verschiedenen Schicksale durch eine Familie gezeigt werden. Es entstand also eine fiktive ungarndeutsche Familie, deren Mitglieder auf verschiedener Weise dann die geschichtlichen Ereignisse erlebten: ein Kind, eine Mutter, zwei junge Mädchen und ein Junge. Nur die Familie ist fiktiv, die Geschichten, die wir durch sie kennenlernen, sind aber alle wahr.
Im November 2016 war zwar das Stück noch nicht ganz fertig, aber wir zeigten einen Teil davon am 5. November in einer Veranstaltung der deutschen Nationalitätenselbstverwaltung in Altofen-Krottendorf und am 18. November am Bündel-Tag unseres Gymnasiums.
Am 3. Januar 2017 folgte dann wieder ein ganztägiges Training, das mit der Uraufführung des Stückes endete. Die Uraufführung fand in der Mehrzweckhalle unseres Gymnasiums um 16 Uhr statt.
Der Uraufführung folgten bisher vier weitere Aufführungen: am 1. Februar 2017 in Taks, am 13. Februar in Schorokschar, am 15. Februar in Sankt Martin und am 16. Februar in Hartian.
Wir sind besonders stolz darauf, dass im Publikum auch solche Leute gesessen haben, die von den von uns erzählten Geschichten sich betroffen fühlten, die in den fiktiven Familienmitgliedern eigene Verwandten oder sogar sich selbst erkannten. Tränen von den Älteren und gute Fragen von den Jüngeren – das hat bisher unser Stück begleitet. Und es stehen noch weitere Aufführungen vor uns…
Es geht ein besonderer Dank an Benedek Szlovicsák, unseren ehemaligen Schüler, der das Lied „Muss i denn…” für uns bearbeitet hat und an Bianka Kaszás, die als Praktikantin an unserem Gymnasium am Training und an den Proben mitgeholfen hat.
Fanni Örkényi
Leiterin der Theatergruppe
 
 
 
Das Projekt wurde mit der Unterstützung des - im Auftrag des Ministeriums für Humanressourcen (EMMI) vom Verwalter der Unterstützungen für Humanressourcen (EMET) ausgeschriebenen - GUL 15/C Ausschreibens verwirklicht.
Wir danken für Ihre Unterstützung!